Projektbegleitende Bewertung von biotechnologischen Innovationen für die Lebensmittelindustrie durch
umweltbilanzierende Bewertung
Der nachhaltigen Entwicklung von Industriestandorten kommt eine zukunftsweisende Bedeutung zu,
wobei der ressourcenminimierten und emissionsarmen Produktion die besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Dies gilt im Besonderen für die Lebensmittelherstellung, die ein großes Potenzial zur
Ressourceneinsparung aufweist und für biotechnologische Verfahren zum produktionsintegrierten Umweltschutz einen Schwerpunkt bildet.
Zur umweltrelevanten Bewertung von konkurrierenden Produktionsverfahren oder
Produktionslinien der Lebensmittelbranche bedarf es eines Instrumentariums, das einen Vergleich notwendiger und geplanter Prozessentwicklungen ermöglicht. Die am Institut für Umweltverfahrenstechnik entwickelte
Umweltbilanzierung soll zur Bewertung eingesetzt und speziell für den Bereich Lebensmittelindustrie methodisch weiterentwickelt werden.
Das Ziel ist eine projektbegleitende umweltrelevante Bewertung von vier der im Rahmen der
DBU-Verbundinitiative geförderten biotechnologischen Verfahren als Einzelsysteme, die über Synergien im Bereich produktionsintegrierter Einsatz, Ressourcenminimierung oder Qualitätskontrolle verfügen, sowie als
integrative Bestandteile einer Produktionslinie. Die umweltrelevante Bewertung der Innovationen soll in einem frühen Stadium der jeweiligen Projekte stattfinden, um bereits bei der Umsetzung unterstützend
mitwirken zu können.
Die in diesem querschnittsrelevanten Vorhaben der DBU-Verbundinitiative angewendete
Umweltbilanzierung (keine Ökobilanz) basiert auf einer von Gebler vorgestellten Methode, die am Institut für Umweltverfahrenstechnik für produktionsrelevante Verhältnisse weiterentwickelt wurde. Diese ist in den
Wirkungskategorien breit angelegt und ermöglicht auch eine Prozessanalyse. Auf die Produktionslinien bezogen kann die Entwicklung der Ergebnisse einer jeden Wirkungskategorie entlang der Produktion aufgezeigt
werden. Der Datenunsicherheit soll durch die Anwendung von Szenarien zur Findung der fehlenden Wirkungsindikatoren (Struktur-Wirkungsbeziehungen, Gefährdungskategorien usw.) und Sensitivitätsanalysen begegnet
werden. Auf der Basis dieser Umweltbilanzierung wurde am Institut für Umweltverfahrenstechnik ein Instrumentarium zur umweltrelevanten Prozessgestaltung entwickelt, das eine transparente und nachvollziehbare
Darstellung der in bilanzierten Produktionslinien vorhandenen umweltrelevanten Optimierungspotenziale ermöglicht. Hierzu korrespondierend können notwendige Entwicklungen und hierfür geeignete biotechnologische
Verfahren (z.B. die vier Innovationen) im Vorgriff der Invest-Entscheidung in ihrer umweltrelevanten Konsequenz beschrieben werden.
Dieses für die Prozessentwicklung wichtige umweltrelevante Instrumentarium steht in
direktem Zusammenhang zu der von Herrn Gebhart (Dechema) geplanten Entwicklung eines ökonomischen Instrumentariums. Hier sind umfangreiche Synergien gegeben, die durch direkte Einbindung genutzt werden sollen.
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